Mittwoch, 31.07.2013

Uncle Sam is calling!

Here we go, America! Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Wobei unser Aufenthalt durch einen fest eingeplanten Rückflug, einer dicken to-do liste und eine ziemlich zusammengeschrumpfte Reisekasse relativ limitiert war. Aber nicht nur Möglichkeiten, auch Stars und Sternchen sowie super flatzige grobe Airport-Mitarbeiter trifft man hier an. Letzteres zumindest bei der Einreise. Wer einmal eine Treppe runter gegangen ist, wird laut und deutlich angeschrien, wenn er denkt die doch noch einmal rauf gehen zu wollen um den König von Amerika, Obama, auf nem riesen Poster zu fotografieren. VERBOTEN! This is not your country!!!! AHHHH!!! Generell sind die Amis auf dem Flughafen äußerst nervös, was sie auf die ankommenden Touristen schnell übertragen.

Und so will man es diesem Volk ja nicht zu einfach machen und das Land in die Höhe loben. Das Ego der Amis ist eh und je schon groß genug, was sich gern in abfälligen Bemerkungen und einer unterschwelligen Arroganz manifestiert. (siehe oben)

Was wir jedoch schmerzlich feststellen mussten: Verdammt, die können es sich leisten! Die Landschaft ist einfach unfassbar schön!!! Und San Francisco erst, oder die Nationalparks, Sierra Nevada und Las Vegas. Der Wahnsinn!!!

Die ersten 3 Tage verbrachten wir und unser Jetlag in Los Angeles. Die schlechten Kritiken über das Hotel (Leiche im Wasserreservoir, dreckig und veraltet) konnten wir nicht bestätigen. Wir nannten es Luxus und fühlten uns in der kleinen Bar um die Ecke auch im Dunklen ganz wohl. Auf dem Walk of Fame und bei einer Hollywood-Tour schnupperten wir ein wenig Glamourluft. Jedoch nicht allzu viel, denn wenn man an der Playboymansion, „Häusern“ von Jason Statham, Michael Jacksons (RIP) und Silvester Stallone vorbei fährt, kann man im besten Falle die hohe Hecke, den fetten Zaun und vielleicht etwas von der Einfahrt bestaunen. Leider hat sich keines der scheuen Objekte zum Briefkasten bewegt oder uns aus einem der unzähligen schwarzen Limousinen zu gewunken.

Cecil Hotel LATrayvon Martin Protest HollywoodYeahhhWalk of FameSimpsons!!!! Verschwörung?  

  Um den Los Angeles Besuch zu vervollständigen darf natürlich eine Tour durchs Filmstudio nicht fehlen. Wir entschlossen uns die Warner Brothers Studios zu besuchen. Die Heimat von Jurassic Park, Two and a Half Men, Big Bang Theorie (Paul) sowie Gilmour Girls (Lui) und viele andere natürlich. Unser schauspielerisch sehr begabter Tourguide kutschierte uns über das ganze Gelände und veranschaulichte bekannte Szenen aus Spider Man, Die Maske und Jurassic Park. Ach ja, und dann waren da noch die tollen fahrbaren Untersätze von BATMAN, Austin Powers, Harry Potter sowie Clint Eastwoods Juwel, der GRAN TORINO!!! Gelungene Tour und Glück für uns, dass wir noch rechtzeitig ankamen. Nachdem wir zu geizig waren uns für 60 Dollar direkt vom Hotel hinfahren zu lassen, sahen wir bei unserer „auf eigene Faust“-Variante zwei Mal den Bus vor der Nase wegfahren.

Wer erkennt es wieder?Gran TorinoBatmans Gefährte

Die letzten Kilometer unserer Reise legten wir dann mit einem bereits in Deutschland gebuchten „Mittelklasse“-Mietwagen zurück. Ganz entspannt durften wir uns aus allen verfügbaren Autos dieser Rubrik in einer riesigen Garage einfach eins auswählen. An jedem einzelnen steckte der Schlüssel schon von draußen … fühlte sich an, als ob man grad den Jackpot gewonnen hatte. Und dann gehörte er uns, der weiße stylische 2013er VW Passat! Mit einem Hauch von Neuwagengeruch in der Nase verfuhren wir uns erstmal 30 km in LA, bevor wir mit unserer groben Karte einen Weg aus der Stadt fanden. Der Strand in Venice Beach hielt dann auch was wir uns von ihm versprachen: feiner Sand, unglaublich weit und breit, voller Mucki-Männer und hübscher Mädchen (leider nicht im Bikini auf Roller Blades, das gibt’s wohl bloß im Film), Shopping-Ständen und den bekannten Baywatch-Hütten in denen die „sexy“ (Luis Worte, nicht meine) Lifeguards nur auf Rettungsfälle warten.

Venice BeachMuscle Beach

Sehr Ami-like und irgendwie cool. Ganz beeindruckt und euphorisch kamen wir zurück zum Wagen. Und da war die gute Laune auch schon wieder hin. Ein dickes Knäuel am Fenster mit der Aufforderung dem County Los Angeles doch bitte 58 $ zzgl. Bearbeitungsgebühr zu überweisen. Mist. Dabei hatten wir doch für 2 h bezahlt. Jedoch das Schild, von wegen „nur 1 h Parken erlaubt“ höfflichst überlesen ;-). Egal nach zwei angebrachten Wutausbrüchen und 200 Schimpfwörtern später, schlängelten wir uns über den Küstenhighway 1, vorbei an Santa Monica und ganz komisch aussehenden Elefanten-Seelöwen, bis hoch nach San Francisco. Da sich die amerikanische Straßenbeschilderung alles andere als Idiotensicher und umfangreich herausstellte dauerte die Strecke von Monterrey nach San Fran länger als gedacht. Mit einer Nacht im Auto auf einem Rastplatz direkt unter der laterne hatten wir zumindest das Geld fürs Knöllchen wieder rein.

Nachdem wir LA nett anzusehen aber nicht unbedingt sympathisch empfanden, haute uns San Francisco glatt um. Was für eine tolle Stadt mit Architektur, Atmosphäre und Alcatraz!

Das ehemalige Gefängnis auf einer mini-Insel stand neben den Cable Cars ganz oben auf unserer to-do Liste. Ja, Pech nur, wer in der Hauptsaison denkt, er bekäme noch kurzfristig Tickets! Nix da, die nächsten 3 Wochen vollständig ausgebucht. Außer …. Und dann bekamen wir den super Geheimtipp, den wohl alle verzweifelten Kurzbesucher der Stadt bekamen: Wenn das Ticketbüro früh um 7 Uhr öffnet, werden an die ersten 100 Wartenden noch Karten verkauft! Unsere einzige Chance in diesen Knast zu kommen, war also früh um halb 6 aus dem Hostel 30 min zum Pier zu sprinten, ein Teil einer Warteschlange und maximal die Nr. 99 und 100 zu sein. Gesagt getan. Man ist ja nicht zum Faulenzen hier, was zählte, war die Mission. Schlecht nur, dass uns der Jetlag nicht so richtig vor 1 Uhr müde werden ließ. Nach 4 h Schlaf gings dann sofort mit Kaffee in der Hand in die Nacht Richtung Pier 33. Und dann standen sie da, die ganzen Menschen mitten in einer Schlange, die sicher knappe 100 Leute betrug als wir um 6 eintrafen! AHHH, Mist! Die ersten fanden sich wohl bereits halb 5 dort ein! Wie krank! Damit hatten wir nicht gerechnet und wir hatten auf keinen Fall Bock das Theater umsonst veranstaltet zu haben. Es wurde nicht besser als die Ticket-Tante mit ihrem Klick-Gerät durchzählte und etwas von 106 vor uns faselte. Um 7 Uhr öffneten dann die Schalter und wir rückten dem Ziel langsam näher. Wir haben noch nie so gerne 30 $ pro Person und ohne zu Zucken bezahlt als wir an der Reihe waren! Als wir dann auch noch etwa 10 Personen hinter uns vernahmen, dass alle restlichen Wartenden (bestimmt 50) nach Hause geschickt wurden und es gerne am nächsten Morgen wieder versuchen dürfen, fühlten wir uns wieder wie Jackpot-Gewinner. Genial, wir gehen in den Knast! Bis die Fähre ablegte hatten wir aufgrund der frühen Uhrzeit geschlagene 3 h, bis zur Fährenabfahrt, zum Frühstücken und um mit den Cable Cars durch die Schluchten San Franciscos zu kutschen. Wie Männer standen wir am Trittbrett des Wagens. Eine Hand an der Reling, die andere winkend und streckten unsere Nasen in die frische Großstadtluft. Später ging es dann Richtung Alcatraz. Check.

Cable Cars San FranAlcatraz Überbleibsel der Indianerbesetzung Zellenhaus Alcatraz

Für die berühmte Golden Gate Bridge musste man zwar keine Tickets kaufen aber intensive Gebete zu Petrus schicken. Wer weiß schon, warum das Wahrzeichen einfach die ganze Zeit unwahrscheinlich vernebelt blieb und die olle graue Brücke gegenüber im Sonnenlicht glitzerte.

Golden Gate BridgeGolden Gate Bridge im Nebel Golden Gate Bridge

Und trotzdem genossen wir die Tandemfahrt über dieses überdimensionale Gebilde bei super starkem Wind.

 San Francisco war wunderbar, was sich im Souvenierkauf widerspiegelte. Nach so viel Großstadt war ein Naturbesuch überfällig. Und so ging es über den Yosemite NP Richtung Sierra Nevada an den trockensten Punkt der USA, Death Valley. Die beiden Nationalparks waren einfach atemberaubend! Der Yosemite NP glänzt mit riesigen durch Gletscher geformten Gesteins- und Felsformationen und konnte uns das letzte Mal für einen steilen 6 stündigen 15 km-Track bis zu einem unvergleichlich schönen Aussichtspunkt begeistern.

Yosemite NPAusblick auf unserer letzten Wanderung Just Kidding :-)Just Kidding :-) Sierra NevadaSierra Nevada

Im Death Valley hingegen bekamen wir das erste Mal einen Einblick in eine Wüstenlandschaft, umgeben von Gebirgen bei Temperaturen von fast 50°C. Kein Amerikaner besichtigt den Nationalpark freiwillig im Hochsommer, das übernehmen die Touristen. Kühlendes Schwitzen ist hier nicht mehr möglich, die trockene Hitze verbrennt einen fast. Deswegen ist das Mitbringen von genügend Wasser oberste Priorität, wenn man das Gebiet durchquert. Am Badwater-Point befindet sich der tiefste (86 m unter dem Meeresspiegel) und gleichzeitig heißeste Punkt der ganzen USA.

Das Tal des Todes Death Valley, Furnice creek Badwater Point Devils Golf Course

Ständige Bewohner dieses Valleys war der Indianerstamm der Shoshonen und ist es heute noch. Passend zum Thema übernachteten wir in dem an den Park angrenzenden 100 Seelendorf „Shoshone“ mit absolut natürlichem Westernflair. Der Dorfeigene Friedhof am Berg, verlassene Höhlen im Sandstein sowie riesen Krähen die einen von den morschen Telefonmasten beobachten vermittelt das Gefühl in einem Horrorfilm zu stecken. Reflexartig ist man in permanenter Abwehrhaltung um die gleich auftauchenden verrückten Hillbillies abzuwehren.

Deswegen, schnell eine Flasche Wein austrinken, „The Rock“ schauen um Alcatraz noch einmal nahe zu sein J und dann schnell weg Richtung Zivilisation. Die Fahrt nach Las Vegas war dann auch nur noch ein Katzensprung mit 120 km.

Auf dem Weg nach LV

In Las Vegas wartete auch schon ein reserviertes Zimmer im Hotel und Casino „Circus Circus“, eins der größten sowie preiswertesten (Backpackerstyle) Hotels am Las Vegas Strip. Und auch hier zeigte sich ein weiteres Mal, die USA ist so wie man sie aus dem Film kennt. Massen von Menschen die sich über den Strip quetschen, bunte Lichter so weit das Auge reicht, Sex, Spieler, die wie Zombies vor den einarmigen Banditen sitzen, und eine ausgeklügelte Infrastrukturplanung, die einen zwangsweise von einem Casino ins nächste schleust. Egal, ob man nur auf der Suche nach etwas Essbaren oder der nächsten Straßenüberquerung ist. Stets landet man in einem der Casinos vor hypnotisierenden bunten Lichtern. So lautete das Motto für die nächsten Tage: Geld fest- und Lui von den Casinos fernhalten. 

  Las Vegas SignNew York New York Venedig Las Vegas Strip Casino Circus CircusLas Vegas Paris Bellagio Springbrunnen

Voller Eindrücke und kaum noch aufnahmefähig überwanden wir den Schweinhund und buchten unsere letzte Tagestour: Grand Canyon. Ein letztes Mal Steine gucken. Und so fuhren wir an unserem vorletztem Tag 5 h zum Grand Canyon, um diesen 3 h mit offenen Mund zu bewundern und 5 h wieder zurück. Die Highlights des Tages waren jedoch der Hooverdamm und die Springbrunnenperformance vor dem Bellagio Hotel, die wir bei selbstgekauften Dosenbier genossen. Einfach unbeschreiblich. Wie so Vieles auf unserer Reise.

  Grand CanyonGrand CanyonEichhörnchenHoover Damm

Doch alles Schöne muss auch einmal ein Ende finden und so sitzen wir grad, bereits wieder in Deutschland angekommen im ICE Richtung Berlin und schreiben diese, womöglich letzten Zeilen. Vorerst, denn nach der Weltreise ist vor der Weltreise. Wenn es wieder heißt Dorfkinder auf Weltreise – Paul und Lui ziehen los.

Dankeschön nochmal an dieser Stelle für den großen Zuspruch, die vielen Kommentare und das riesige Interesse. Haben vor Kurzem die 4000 Besuchermarke geknackt.

Klasse Reise, schöne Erinnerungen und super Leser!

Dienstag, 16.07.2013

8 Tage im Paradies - Bula Fiji

Es hat ja seinen Reiz in regelmäßigen Abständen den Ort, die Unterkunft, das Land oder den gesamten Kontinent zu wechseln. So bleibt es immer spannend und die Neugierde ein stetiger Begleiter. Aber was, wenn man das Beste vom Besten vor sich sieht? Was, wenn der Mund aufklappt und nie wieder zu gehen will? Was, wenn einfach alles perfekt ist? Wozu wieder weiter flüchten? Einfach mal bleiben!!!

Kawa trinken mit unserem KumpelNadi Stadt im fensterlosen Bus mit PopmusikHauptinsel Veti Levu

So ungefähr fühlte sich Fiji für uns an. Wir hofften nach teurem Australien und Neuseeland ein kleines Wiedersehen mit asiatischem Flair auf den Inseln zu feiern und es war tatsächlich so. Mit dem einheimischen Bus ohne Fenster ging es von unserer Backpackerunterkunft in die Hauptstadt Nadi. Die Preise akzeptabel, das Essen lecker, die Sonne prall und die Leute super freundlich. Man durfte auf dem Markt fleißig handeln und die Shop-Besitzer zerrten einen halb in ihre Läden. Einfach wunderbar! Wir fühlten uns wie zuhause und sahen 5 entspannten Tagen auf kleineren umliegenden Inseln entgegen. Wie ein Taxi fährt der quietsch gelbe Katamaran von der Hauptinsel aus innerhalb von 5 h unzählige Resorts auf wunderschönen weiter nördlich gelegenen Mini-Inseln an. Tickets eingepackt und die Hosen hoch, Paradies wir kommen!

South Sea Insel auf dem Weg ins Paradies

Unsere Haltestellen hießen 2 Nächte „Barefoot-Lodge“ und 2 Nächte „Nabua“. In erstere kann man sich einfach nur verlieben. Was für eine Trauminsel: 3 weiße Sandstrände, die jeweils an unterschiedlichen Seiten und nur 100 m entfernt voneinander lagen, sodass Sonnenuntergang und –aufgang direkt vom Strand und über dem Meer beobachten werden konnten. Die ganze Anlage glänzte mit überaus freundlichem Personal, bestem Essen und abwechslungsreichen Freizeitangeboten. Bereits der Begrüßungssong der Crew und das wundervoll hergerichtete Bett mit frischen Hibiskus-Blüten überall. Leider kamen wir nicht in den Genuss mit Manta-Rochen zu schwimmen, weil sich die riesen Tiere genau an unseren beiden Tagen nicht blicken ließen. Aber wir schnorchelten direkt an der Insel in den Korallen um die Wette mit den Fischen und durften beim Tauchgang Riffhaie in 15 m Tiefe sichten! Zum Sonnenuntergang noch eine Runde Volleyball „Fiji gegen die Welt“ und dann auf zum Krabbenrennen. Auch wenn unsere Krabbe den Kampf gegen ihre Artgenossen kläglich verloren hat, genossen wir den Abend bei gekaufter Cola und selbstimportiertem Rum zum Spitzenpreis :) Umso schwerer fiel der Abschied nach 2 wundervollen Tagen im Paradies.

Willkommensparty nur für unsunser Gemach unser Häuschenunser Strandblick unser Sonnenuntergangendlich etwas Entspannung

ab zum TauchenThe Creation of Adam15 Meter unter dem MeerFische wieder aufgetauchtstolz wie humpatz etwas Happy ParadiesKrabbenrennen am Abend; DE hat verlorenSunset Beach

Nur mit der Hoffnung, das nächste Resort würde in der gleichen Liga spielen, ließ uns den Taxi-Katamaran wieder besteigen.

Aber wie es im Leben ist und wie wir schon im letzten Eintrag philosophisch erkannten: man weiß erst das, was man verloren hat, zu schätzen. Um dieser Weisheit Ausdruck zu verleihen, landeten wir in einem weiteren Inselresort mit dem Namen Nabua. Kein Vergleich mit dem Paradies davor. Kein besonders ansehnlicher Strand, kein hätschelndes Personal, null Spiel Spannung Spaß (Achtung, das ist natürlich Nörgeln auf sehr hohem Niveau!)! Ach Mist! Wir wollen zurüüüück!!!!! Zum Glück konnte man sich die Zeit mit netten Backpackern, einem alten ausgezutschten Volleyball und Bier im Nachbarresort, wo es ja „sooo viel schöner war“, vertreiben. Am letzten Tag schien dann auch wieder die Sonne und wir buchten noch einen Ausflug zu angepriesenen wassergefüllten Höhlen. Die erste erreichte man einfach über eine hinab führende Treppe, sodass man im Wasser schwimmend schön nach oben aus der Höhle heraus sehen konnte. Zu den Weiteren gelangte man nur, wenn man etwa 3 m durch einen Durchgang tauchte um sich dann auf der anderen Seite im Dunkeln wiederzufinden. Ein Guide leuchtete mit seiner Taschenlampe den Raum aus und animierte zu gemeinsamen, schallendem Geschrei. Gut, dass wir erst wieder draußen angelangt erfuhren, dass einer unserer Freunde eine fette riesen Spinne an der Wand gesichtet hatte UND dass diese sogar schwimmen können! Pibak!

Die FähreNabua Lodge, das mit dem Strohdach ist unsere Bula LuizaTrip zu den HöhlenLecker BierTrip zu den HöhlenStrand an der Nabua Lodge

Traurig aber wahr hatte das ganze Inselhopping nach 5 Tagen ein Ende und wir fanden uns auf dem extrem wild hin und her schwankenden Katamaran in Richtung Nadi wieder. 

Jetzt noch eine Nacht im Hotel und dann geht auch schon der Flug nach Los Angeles.

Hoffentlich gibts Wein und keine Thrombose auf unserem 10 h Flug über die Datumsgrenze in die Vergangenheit.

Bula und vinaka! Fiji, wir werden dich vermissen!!!

Sonntag, 07.07.2013

Die Nordinsel Neuseelands und ihre heißen Problemzonen

Da sind wir nun, nur noch einmal schlafen dann geht der 10te Flug auf unserer Weltreise ins 6te Land. Die Fijis. Gemütlich sitzen wir nach 32 Tagen Camperleben wieder frisch geduscht auf einer Couch und genießen die Annehmlichkeiten, die sonst so selbstverständlich sind. Die letzten zwei Wochen auf der Nordinsel haben uns nun vollständig überzeugt. Neuseeland ist das Land das alles hat! Nicht nur die bereits beschriebenen Gletscher, Strände, Robben usw. sondern auch Vulkane, geothermische Phänomene und stinkende Städte. Alles geschuldet der Pazifischen Platte, die sich im Gegensatz zur Südinsel nicht über die Australische sondern hier unter diese schiebt.

Unser nächstes Abenteuer beginnt im Tongariro National Park, wo drei Vulkane darauf warteten von einer Handvoll unerschrockener erkundet und bezwungen zu werden. Nachdem wir den Wetterbericht studierten, der uns bereits im Abel Tasman Park so gute Dienste erwies, entschieden wir uns für den einzigen schönen Tag. Donnerstag, erst wolken dann Sonne. Klasse. Es stellte sich jedoch heraus, dass die Vorhersage mal wieder so zuverlässig war, wie ein Trabant im Winter. Aber dazu später.

Die Tage vor unserem geplanten Aufstieg hatte es fÜrcHtErLicH geschneit, sodass die Überquerung-laut der Tante in der Information- nur per Guide mit entsprechender Ausrüstung durchgeführt werden kann. Das jedoch sehr glaubwürdige Hostelmädchen meinte: „Ach da kann man sicher och alleine hoch, das einzige was man brauch sind Steigeisen und Alpine-Erfahrung ..., aber ihr kommt ja aus Deutschland, da is man durch Schneelaufen gewohnt newa“. Und Tadaa! Also los, die Steigeisen ausgeliehen und auf eigene Faust Richtung Gipfel. Zusammen mit 5 anderen Ahnungslosen begaben wir uns auf die 19,5 km Überquerung des Tongariro Vulkans auf 1100 m Höhe. Der Tag startete grau, jedoch trocken. Der Aufstieg ist erschwerlich aber machbar, „nur“ zwei Etappen über einen Felskamm zur Spitze des Tongariros verlangen einem viel ab. Auf der Spitze wird man für die Qualen mehr als belohnt. Nicht nur der super Rundumblick über den Nationalpark mit den Vulkanen Ruhapehu, Ngauruhoe und dem entfernten Taranaki, sondern auch der heiße Vulkanboden und die Mondlandschaften aus Vulkangestein sind unglaublich schön. Definitiv potenzieller Anwärter auf den Titel "Highlight der Weltreise"!

Tongariro (rechts ) und Ngauruhoe (links) Aufstieg  Vulkanlandschaft Erschwerlicher Aufstieg der Unerschrockenen und Lui

Wir waren jedoch nicht allein. Immer wieder mussten wir uns an organisierten Touren vorbeischieben. Alle ausgerüstet mit Steigesen, Spitzhacke und Helm. Helm? Was sie den Leuten nicht alles andrehen um Geld zu verdienen. Egal. Wir sieben waren die einzigen, die es auf eigene Faust versuchten. Und irgendwie auch stolz drauf. Auf dem höchsten Punkt legten wir mit gefühlten Tausend anderen Leuten eine Pause ein und genossen das warme Gefühl am Hintern durch das heiße Vulkangestein.

Halbzeit Aufstieg der Verfloger Rundumblick  Heißer Boden am höchsten Punkt

Und dann kamen die Wolken... Langsam schlichen sie sich über die Bergkämme und umschlossen uns vollständig, sodass die Sicht gegen Null tendierte. Auf unserem weiteren Weg durch schlechtes Wetter kam einem immer wieder in den Sinn, wie faszinierend dieses Land doch ist, wo man das Wetter noch nicht einmal für den nächsten Tag vernünftig vorhersagen kann. Die ironischen Worte eines Guides, dass es hier oben eh nix zu sehen gibt, waren auch nicht gerade trostspendend. Vorbei an zugefrorenen Sulphur-Teichen und dampfenden Kratern ging es Richtung Abstieg. Auf den letzten Kilometern wurde die Sicht wieder besser, das Wetter jedoch schlechter.

schlechte Sicht beim Abstieg Ausblick beim Abstieg

So verbrachten wir unsere Zeit mit Laufen und dem Ankämpfen gegen starke Windböen und Eisschnee. Nach insgesamt 8 Stunden kamen wir trotzdem sicher und glücklich unten am Parkplatz an. Und konnten uns zufrieden beglückwünschen die Tour ohne Guide und somit 120 $ pP günstiger bewältigt zu haben. Nachdem wir eine heiße Dusche zur Reinigung unserer geschundenen Körper und Unterwäsche in einem Hostel geschnorrt hatten, wurde das gesparte Geld von den „unguided seven“ in der Kneipe nebenan vertrunken. Ein Teil zumindest.

Am nächsten Tag fuhren wir nach Taupo, direkt am Lake Taupo. Die Stadt liegt direkt in einer geothermisch aktiven Region und bietet beste Möglichkeiten damit einhergehende Phänomäne zu erkunden. Ausgerüstet mit einer Thermopistole (Achtung! das ist ein selbst ausgedachtes Wort. Es handelt sich um sowas wie einen Laserpointer mit Temperaturanzeige. Was auch immer) schlichen wir im Geothermal Valley in einem Garten umher, in dem es aus allen Löchern rauchte und das Flusswasser vor sich hin dampfte. Fleißig laserten wir alle heißen Stellen und konnten Temperaturen von über 60 °C an der Bodenoberfläche feststellen, wobei die Außentemperatur etwa 8°C betrug.

thermische Aktivitäten geothermische Aktivitäten Thermometerdingsda ein ganz normaler Tag

Auf dem Weg nach Rotorua, der Stinkestadt Nr. 1, kamen wir an unzähligen dampfenden Gärten vorbei und legten einen Stop im Waimangu Volcanic Valley ein. Die Wanderung in dieser geothermalen Umgebung war ein echter Knaller. Der Park bietet alle Phänomen auf einmal. Es ist so wie fast überall im Leben, kennste einen kennste alle. Also rein in das Tal der Vulkane. Dem jüngsten Stück Erde das erst im Juni 1886 beim letzten großen Ausbruch der 7 Vulkane entstanden ist. Das Tal bietet Einzigartigkeiten, wie den Frying Pan Lake (Bratpfannensee), die größte und heißeste Wasserquelle der Welt, und den türkisblauen See, welcher den Inferno Krater bedeckt. Dieser Krater ist wiederum das größte geysirähnliche Gebilde der Welt. Der heiße Fluß, der sich durch das Vulkantal zieht, zischt und dampft und verschleppt den atemraubender Geruch von faulen Eiern in die gesamte Umgebung. Das Wasser in diesem Tal ist sauer, ziemlich sauer mit einem pH-Wert von 2,8, sodass wir trotz super Wetter das Baden lieber gelassen haben. PS: Dank einer super Broschüre können wir hier mit diesen Fakten um uns schmeißen.

das Vulkantal Waimangu Bratpfannensee Inferno Crater viele bunte Farben nochmehr Dampf

Am nächsten Tag zog es uns nochmal in diese Gegend, diesmal jedoch ins nahe Gelegene Wai-O-Tapu, wo man kostenlos (unser Todschlagargument) einen abgefahrenen blubbernden Mudpool sehen kann und im Kerosin Creek, dem Geheimtipp überhaupt, in einem heißen dampfenden Bach baden kann. Der stank zwar und der Kopf durfte aufgrund der drohenden amöboiden Meningitis nicht unter Wasser, aber da Nervenkitzel unser zweiter Vorname ist, ließen wir uns das nicht entgehen und genossen ein Stündchen in unserem unkonventionellen privaten Spa. Am Nachmittag ging es zurück in die Stadt Rotorua, wo ja wie gesagt aufgrund der Erdausdünstungen ein permantenter Gestank in der Luft liegt. Etwas ecklig aber auch nützlich, da man so alles auf die Stadt schieben konnte ;-) Kleiner Ausflug: „Gott was stinkt denn hier so? – Muss Rotorua sein!“

geblubber in den Mudpools Baden im Kerosin Fluss Achtung Paul im Wasser

Da der Vormittag gänzlich kostenlos war, gönnten wir uns ein Mittagessen beim Thailänder und schwelgten für paar Stunden in Erinnerungen….Hach schön, thailändisches Essen ist soooo super, auch wenn man in Thailand gerne mal das komplette Gegenteil behauptete. Komisch, man weiß erst das, was man bereits verloren hat, zu schätzen. Schnief!

Genauso verhält es sich ja seit geraumer Zeit mit dem Duschen, weshalb wir uns einen Luxus-6min-50cent-Shower weiter nördlich auf dem Campingplatz in Matata gönnten. Nach einer weiteren Nacht im Camper folgten wir den Schildern Richtung Coromandel, die uns geradewegs zur Cathedral Cove und der Hot Water Beach führten. Letzteres bescherte uns den perfekten Tagesausklang. Man nehme eine Schaufel (in unserem Falle improvisierten wir mit einer Müslischüssel) und finde bei Ebbe eine der besonderen Stellen am Strand, die bereits beim drüber Laufen ein wohlig warmes Gefühl für die nackten Füße erzeugen. Dort wird dann fleißig und je nach Verwendungszweck ein kleiner oder größerer „Pool“ gegraben, der sich ganz von selbst mit super heißem Wasser füllt. Der Mix mit kalten Meereswasser ergibt das perfekte Fuß- oder Körperbad. Bier und Pepsi sind wie immer das i-Tüpfelchen!

Hot Water Beach Hot Water Beach warme Füße

Da warme Füße irgendwie dazu führen, dass man mal Pipi muss, fuhren wir an Auckland und seinen Toiletten vorbei, etwa 300 km weiter in den Norden bis nach Kawakawa. Dort verbrachte der noble Österreicher Friedensreich Hundertwasser seinen Lebensabend und spendierte dem unscheinbaren Örtchen ein eigens designtes buntes Örtchen ohne Ecken und Kanten.

Hundertwassers Meisterwer ohne Ecken und Kanten

Achso unsere nächsten beiden Nächte verbrachten wir auf einem mysteriösen freien Campingplatz auf einer Lichtung mitten im Wald, der 2 Besonderheiten aufwies: 1. Eine einsame Steckdose plus Wasserkocher an einem Baum und 2. Ein „Bauer“ im Adamskostüm, der uns von Weitem beim unschuldigen Frühstück beobachtete und was auch immer dort auf dem Feld beackerte…(siehe Bild im letzten Blogeintrag, „Men at work“)

Was solls …, auf unserem Rückweg nach Auckand passierten wir den Waipapu Forest, bekannt als Heimat des ältesten und höchsten Kauri-Baumes der Welt. Der etwa 2000 Jahre alte Tane Mahuta (Gott der Wälder), ist mit seinen 51,5 m Höhe und einem gigantischen Umfang von 13,6 m ein echter Kollos. Die Stämme der Bäume sind so unwahrscheinlich grade gewachsen, sodass sich die eingewanderten Forstwirte vor 200 Jahren das Abholzen zur Lebensaufgabe machten und heute nur noch wenige ursprüngliche Kauri-Wälder erhalten sind.

Tane Mahuta

Und so trug es sich zu, dass wir bereits 32 Tage in einem knallorangenen Camper verbracht hatten, die Abende mit CSI-Folgen und „How I met your mother“ füllten und Leckereien auf dem Campingkocher fabrizierten und aufeinmal der letzte Tag mit unserem Spacy anstand. Der 4. Juli. Ein Tag der wohl jedem ein Begriff sein sollte. Der Tag an dem nicht nur die USA mit ihrem Independance Day was zu feiern hat, sondern auch Deutschland. Pauls Geburtstag, Haleluja!

Happy Birthday to me

Erst begrüßte ihn der nackte Bauer früh morgens winkend, dann gabs eine leckere Geburtstagsbanane mit drei spektakulären Kerzen die nicht ausgehen und einer Odyssee am Abend. Die Adresse unseres vermeintlichen letzten Campingplatzes entpuppte sich im Herzen Aucklands nämlich als Zentralgebäude der Parkverwaltung. Zu tode betrübt, vollends verwirrt, mit voller Blase und leerem Handyguthaben fuhren wir kopflos umher bis man sich vollends verfährt und zwischen den ganzen Dorfnamen nicht mehr weiß, wo man hin soll. Irgendwie landeten wir nach ewigen Serpentinen an einer Bucht und schliefen die letzte Nacht verbotenerweise auf einem Parkplatz. Paralysiert durch einen guten australischen Merlot Black Label, schlummerten wir trotzdem wie die Babys. Herausgeputzt und mit geklebter Stoßstange gaben wir unseren treuen Gefährten den Tag danach in Auckland ab. Nun noch drei Tage City.

Auckland ist ok aber nix Besonderes. Seien wir ehrlich, das einzige was Neuseeland nicht zu bieten hat, sind Großstädte. Aber Kino, Pizza, Wochenendmarkt und eine super gemütlich Couch im Hostel haben uns auch vollkommen glücklich gemacht. Und da sitzen wir nun und schreiben…

AucklandAuckland Auckland

Jetzt nur noch packen und nicht über 23 kg kommen – so die Ansage für Montag, dem Tag, der in Neuseeland beginnen und auf den Fijis enden wird :)

Montag, 24.06.2013

Auf den Fersen von Frodo, Kiwis und Co.

KIA ORA! (Willkommen auf Maori) Neuseeland alias Mittelerde, das Land der schönen Gebirge, Küsten, Gletcher, Vulkane und natürlich Hobbits. Aber von vorne.

Unsere Reise durch Down under numero dos teilte sich in die Erkundung der Süd- und später Nordinsel. So starteten wir mit dem Besuch bei unbekannten Freunden im Erdbebengebiet Christchurch. Das Stadtzentrum liegt nach den schweren Erschütterungen von vor zwei Jahren immer noch so gut wie in Schutt und Asche (über 100 Gebäude müssen och abgerissen werden). Trotz des schweren Schicksals haben sich an den unterschiedlichen Lücken, die durch eingestürzte Gebäude entstanden sind nette Gap Filler etabliert. So zum Beispiel ein Cafe komplett aus ausrangierten Euro Paletten, eine öffentliche Tanzfläche mit Jukebox oder aber eine komplette Shoppingzeile, zusammengefummelt aus restaurierten Überseecontainern. So vermittelt diese Stadt kein bedrückend trauriges, sondern eher ein positives zuversichtliches Gefühl.

ChristchurchDie Kathedrale - das Wahrzeichen Christchurch  Gapfiller Cafe aus EuropaletteContainer - Shoppingcenter

Der Kontakt zu dem netten Päarchen, das sich entschlossen hatte uns zwei Chaoten für ein paar Tage Asyl zu gewähren bis wir es auf eigene Füße, in den eigenen Camper schafften bekamen wir von Sonja, unserer Lieblingsvermittlerin in fremden Ländern especially südliche Hemisphäre.

Nach drei Tagen rumrechnen, vergleichen, prophezeihen und befragen stand unsere Tour und der Camper vorm Haus. Und das Wetter spielte mit. So ging es einmal quer über die Insel in den Westen über den Arthurs Pass. Die einzige Straße durch die Alpen der Südinsel. Vorbei an Schneelandschaften und Spiegelseen hin zum Strand.

Durch die Südalpen - Arthurs PassDurch die Südalpen - Arthurs Pass Mindfuck - SpiegelseeAutoliebhaber Bergpapagei Kea Spiegelsee - Arthurs Pass

Die sonnigen Tage nutzten wir aus um die bekannten Fox- und FranzJosef-Gletscher  zu bestaunen. Die Wanderung bis zu diesen Eismassen im Flussbett, umgeben von beeindruckenden Bergen, war schon relativ lang, jedoch ein Kinderspiel im Vergleich zu dem was noch kommen sollte.

Flussbett des Franz Josef GletschersLake Matheson - Mt Cook und Mt Tasman FoxgletscherFoxgletscher

Da wir noch keine Robben und Seelöwen in freier Wildbahn gesehen hatten, ließen wir uns von einem kleinen Schild und einer 4 stündigen Wanderung durch Wald und Wiesen, hin zu einer Bucht mit angeblichem Getier, verleiten. Mit unserem nicht vorhandenen zoologischem Wissen schlichen wir uns dann, endlich am Strand angekommen, entlang der Küste zu einigen Felsansammlungen. (Pauls Theorie: immer den Möwen nach! Wo Möwen sind, sind auch Robben!) Et Voilà, da waren sie auch schon! Genau hinter dem fetten Felsen, auf den Paul klettern musste und fast auf eine der drei versteckten Robben latschte! Juhu Ziel erreicht, als wir die ersten drei verschreckt hatten, konnten wir in sicherer Entfernung noch viele Artgenossen mit unserem Fernglas bespitzeln.

Seelöwen Kolonie:-)

Zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, dass man dafür nicht immer 4 Stunden-Wanderungen auf sich nehmen muss. Eine Horde spielender Baby-Robben konnten wir einige Tage danach nur 500m vom Parkplatz entfernt beobachten. Aber warum überhaupt Laufen? In Kaikoura liegen die müden Hunde schon direkt auf dem Parkplatz :)

Soviel also zur ersten Wanderung. Die nächste war ebenfalls 4 h lang, führte wieder durch Geäst bis zu einer Bucht, von der man bei Ebbe aus am Strand zurück zum Ausgangspunkt wackeln könnte. Da wir von Ebbe und Flut genauso viel verstehen wie von Robben, kamen wir bei NICHT Ebbe an der Bucht an. Weil wir keine Lust hatten den selben 2,5h-Weg zurück zu gehen und uns eine Abkürzung versprachen, starteten wir eine bekloppte Stolperei über die Felsbrocken am Rande der Steilküste zurück zu unserem Camper. Links von uns das tosende Meer, das nicht mal an Ebbe dachte, rechts von uns Steilhang mit potentiell herabfallendem Geröll, vor uns nur riesen Brocken und in uns die blöde Idee, „das Auto is nich weit weg, das schaffen wir schon, bloß noch um die nächste Ecke!!!“. Und die Nächste und die Nächste und die Nächste… Letztendlich waren wir nicht schneller, nur voller Angstschweiß und viel Glücksgefühlen und der Gewissheit, sowas machen wir nie wieder! (Lui zumindest)

problematischer Rückweg

Und dann wurde das Wetter schlechter…

Nicht ungewöhnlich für den Westen also schnell ab in den Camper und über Queenstown ab aufs Schiff zum Doubtfulsound. Da es hier eh über 300 Tage im Jahr regnet störte das miese Wetter in der Fjordlandschaft nicht. Der Doubtful Sound ist nämlich ein Fjord kein Sound, da er von Gletschern geformt wurde. (Wie man sieht, man lernt nie aus) Desweiteren interessant: das Fjordland ist eines der regenreichsten Gebiete der Erde (8000 mm/Jahr). Durch die hohen Niederschläge bildet sich eine Süßwasserschicht über dem Salzwasser aus. Das „dreckige“ Süßwasser verhindert direkte Sonneneinstrahlung in tiefere Schichten, sodass bereits in geringer Tiefe im Salzwasser Arten von Fischen vorkommen, die eigentlich in der Dunkelheit des Meeres anzutreffen sind. Aha, man lernt nie aus!

Richtung QueenstownDoubtful Sound Doubtful Soundmal n Bild mit uns beiden Doubtful SoundWasserkraftwerk

Jetzt kommt das allerschönste Erlebnis auf unserer bisherigen NZ-Tour: die gigantisch leckeren, saftig frischen 15$-Burger von FERGBURGER!!! Ein Hochgenuss, der die Geschmacksknospen zum Tanzen bringt. Kann locker mithalten mit überteuertem Speedboat fahren, Rafting, Bungee-Jumping oder Sky-Diving! Alles zu teuer, den Kick hatten wir günstiger:

Erst Paul:

Vorfreude Beißen Abheben

Dann Lui:

GespanntBeißen Vegetarier werden? Ein für alle mal vergessenFergburger

Nach jedem Up folgt bekanntlich immer ein Down. Da wir unsere ganzen Glückshormone beim Essen und Genießen ausgeschüttet hatten, holte uns danach ein kleines Reisetief ein. Dieses wurde erfolgreich in den Hot Pools am Lake Tekapo auskuriert.

Moeraki BouldersMoeraki Boulders no comment

Frisch und munter ging es für einen kurzen Boxenstop zurück nach Christchurch, unserem Ausgangspunkt und kleinem Zuhause in NZ. Perfekter Zeitpunkt, denn es war Samstag und zwar ein ganz besonderer. Rugby-Time! Neuseeland gegen Frankreich. Wikipedia und das 1x1 der Rugby-Regeln. Lecker Bier und muskelbepackte Männer, die den Gegner mit dem traditionellen Haka, einem rituellen Kriegstanz der Maori, vor dem Spiel einheizen.

Zum Abschied aus unserem liebgewonnenen Christchurch, wo es immer regnete sobald wir eintrafen, wurden wir von unseren beiden Adoptiveltern in eine Bierbar eingeladen, die vielseitige Biersorten von lokalen Kleinstbrauereien auf der Liste hatten. Vielen Dank auf diesem Wege nochmals an Jenna und Andrew!

Und dann wieder die gleiche Prozedur: ab in den Camper und Richtung Norden in den Abel Tasman Nationalpark zur 35 Kilometerwanderung. Wetter scheint zu stimmen und „ach man was sind schon die paar Kilometer an zwei Tagen“. Das war vor drei Tagen…

…Heute

also wir leben noch bzw wieder. Haben uns mit einem Wassertaxi ins nirgendwo an einen Strand fahren lassen und sind in 2 Tagen die Route zurück gelaufen. Also los. Der erste Tag war dann auch nur die Aufwärmung mit nettem Sonne Wolken Mix und läppischen 12km. Übernachtet haben wir in einer schönen Holzhütte, in der man im Voraus eine Matratze auf einer riesen Liegewiese mieten kann. Ziemlich frisch war es in unseren Sommerschlafsäcken. Zum Glück haben wir trotz nassem Holz ein Feuer im Kamin anbekommen. So waren's keine Minusgrade:)

Etwa um 9 Uhr früh hatten wir unser Proviant und alles Unnütze und Wichtige wieder in den Taschen verstaut und auf unsere Rücken geschnallt. Komisch, dass statt Sonne gleich am Anfang schon Tropfen vom Himmel fielen. Vielleicht wird's noch dachten wir da...gut dass man am Anfang nie weiß, dass der Wetterbericht quatsch ist und wir unsere Monsterstrecke von25km von früh bis 16 Uhr komplett im Regen laufen würden, bis wir durch sind. Wir haben versucht uns mit wenigen Pausen im Nassen und mit einem grandiosem Rülpswettbewerb bei Laune zu halten. Ging 5 zu 5 aus. Abgesehen vom Regen tat die Länge der Strecke ihr übriges. Wie Rentner erzählten wir uns die letzten 10km von unseren Hüften dem Rücken und den schmerzenden Fußsohlen. Verständlicherweise schleppten wir uns also eher tot als lebendig ins Auto, damit zum 50 km entfernten Rastplatz und dann unter die Dusche. Schwups noch eine Pizza und ein Bier rein und 20.15 Uhr, genau zur Primetime, lagen wir im Camper und haben sofort geschlummert wie Babys.

Unser GefährtCast Away Finde den Übergang - das war er nichtnach halber Strecke. 1. Tag Unsere Unterkunft Durchgeweicht, aber glücklich

Heute leben wir wieder und genießen die Sonne am Strand bei frischen 12°C und etwas Muskelkater. Morgen geht die Fähre auf die Nordinsel, wo wir schon jetzt auf eine 8 stündigen Wanderung auf den Vulkan Tongariro gespannt sind.

2 Wochen noch, dann dürfen wir uns auf den Fijis aufwärmen.

Samstag, 01.06.2013

Endspurt in Australien

Unser neuer auffällig quietschgrüner Camper, bewaffnet mit unnötigem Kühlschrank, defektem DVD-Player und einem verstaubten Miniventilator, fuhr uns zunächst von Sydney Richtung Blue Mountains. Das Skigebiet der Großstädter, das sich im Sommer jedoch nicht verstecken muss, verdankt seinen Namen dem blauen Dunst aus ätherischen Ölen tausender Eukalyptusbäume. Wanderwege, Aussichtspunkte, Wasserfälle, Täler, Felsformationen, Schluchten … ihr kennt die Geschichte ja. Deswegen lassen wir hier lieber Bilder sprechen.

Blue Mountains- seht ihr den blauen Schimmer? Camper Nr. 02

 Bereits in den Blue Mountains dachten wir: „Mensch hier is aber frisch“. Doch dann kam der die das CANBERRA! Die eigentliche Hauptstadt. Erbaut, weil sich das australische Volk nicht auf Melbourne oder Sydney einigen konnte. Also sollte es was dazwischen werden. Klar, eine Hauptstadt mit Meerzugang wäre auch nicht übel, doch die Politiker brauchen wahrscheinlich einen kühlen Kopf also ab ins Landesinnere, irgendwo ins kalte Nirgendwo. Dort feiert klein Canberra dieses Jahr sein 100- Jähriges. Die Stadt schmückt sich mit allerlei Politikgebäuden, Nationalmuseen, Nationalgalerien National… und einem riesen großen Kriegsdenkmal mit integriertem Museum. Sehr krass, irgendwie überdimensioniert, wenn man die eher kleine Rolle des Landes in großen Kriegen bedenkt.

War Memorial Regierungsviertel

Aber zurück zu Canberras unvorteilhafter Lage im Hochland – die Nacht war kalt, eher super kalt! Abwaschen mit eisigem Wasser macht das Ganze nicht angenehmer und eingefrorene Zahnpasta ließ KURZ an der Notwendigkeit der Mundhygiene zweifeln. Am nächsten Tag, als die Finger wieder durchblutet wurden, wurde sofort (billige) Thermounterwäsche gekauft und bisschen schneller unterm Sternenhimmel gekocht.

Scheiße kalt! über Stock und Stein

Unsere vorerst letzte Sehenswürdigkeit in Australien war die Great Ocean Road, ganze 1000 km von Canberra entfernt. In einer Hauruckaktion fuhren wir innerhalb von zwei Tagen durch die Prärie Australiens. Die Küstenstraße führt vom westlichen Ende Melbourns über 400 km an der Steilen Felsküste im Süden Australiens entlang. Die Hauptattraktion sind die zwölf Apostel. steile Sandsteinfelsen die durch die Jahrhunderte von eigentlichen Festland freigespült wurden. Der dramatische Namen erfüllt seinen Zweck und führt Millionen von Besuchern zu diesem Wahrzeichen. Da es 1. nicht zwölf sind, egal aus welcher Richtung man schaut, ob nun vom Land, Wasser oder der Luft aus und 2. Ihr eigentlicher Name, die „Sau mit den Ferkeln“ war, stört hier niemanden. Der eher unerotische Name ließ sich schlecht vermarkten, daher musste mit „die Apostel“ was Spektakuläreres her. Und da diese immer im Dutzend daher kommen wurde mit der Zeit die „Zwölf Apostel“ draus. Leider hat sich unser frühes aus dem Bett quälen nicht gelohnt, als wir die 12 Genossen bei Sonnenaufgang begutachten wollten. Riesen Wolken waren schlechte Karten für die Sonne und keine Chance für uns.

ein pelziges Wesen - und ein Koala Die ganze Familie, Onkel Känguru möchte unerkannt bleiben

die Gott spricht...

Also ging´s schnell weiter Richtung Colac, wo wir zu Besuch bei einem alten australischen Bekannten aus Thailand einkehrten. Da wir ja nun Erfahrungen mit Hippies gesammelt hatten, verwunderten uns der Lebensstil und sein Zuhause nicht wirklich. Er, Künstler/Maler/Musiker. Das Haus eine umgebaute Käserei mit Bühne im Innenhof, regelmäßige eigene Theateraufführungen, „kreative“ Raumgestaltung und bunte Bilder, die auf zeitweiligen Drogenkonsum hinweisen :)

So und dann aber ab nach Melbourne! Letzte Station. Wir quartierten uns wieder mal für 4 Tage bei einem guten Freund einer noch besseren Freundin ein. Wir lebten wie die Könige und genossen die freie Verfügbarkeit einer Dusche, leckeres Bier und super Unterhaltung. Die Stadt punktet mit ihrer gemütlichen Atmosphäre, bunter Streetart, kleinen Cafés und günstigen Frisören – ASIA style versteht sich :) (siehe Foto!)! Die Abwesenheit von Skyline, Wolkenkratzern und Wahrzeichen forderte seinen Tribut, sodass wir unsere restlichen Tage mit Freunden bei eher schlechtem Wetter in einer gemütlichen jedoch unspektakulären Stadt verschlenderten.

Streetart ohne Worte  Frauen und ihre HandtaschenHaircut Asian Style

Und Schwupps waren zehn Wochen rum und wir flogen von einem Down Under zum Nächsten. Adieu Australien - Bienvenue Neuseeland

Samstag, 18.05.2013

http://de.wikipedia.org/wiki/Uluru

Oh Alice Springs! Was für ein vielversprechender Name für eine Oase in der australischen Wüste… denkt man. Die Stadt hat nicht wirklich viel zu bieten außer einer ganz netten Lage umringt von Felsen. Ansonsten schwingt in dieser Stadt ein permanentes Unbehagen mit, da insbesondere hier die Präsenz der ansässigen Aboriginies sehr hoch ist. Das Thema Aboriginies, ihr Hang zum Alkohol sowie deren Integration in die Gemeinschaft sind ein heißes Pflaster in Australien. Aus diesem Grund werden wir hier nicht näher darauf eingehen. Theoretisch betraf es uns auch wenig, da wir die Stadt bereits am nächsten Morgen um 6 Uhr verließen, um die 6 stündige Fahrt zum heiligen Felsen anzutreten. Alice Springs ist also die dem Uluru am nähesten gelegene Stadt und immer noch 450 km, gefühlte 3 Kreuzungen und 3 Tankstellen im Nirgendwo entfernt. Während der Fahrt auf diesen endlos langen geraden Straßen bekamen wir den ersten Einblick in die kontrastreiche flache Landschaft.

Tanke im Nirgendwo Endlose Weiten

Fast schon übertrieben rot leuchtet die Erde an manchen Stellen, umso knallgrüner wirken die Büsche und Sträucher, die Stämme sind hellgrau oder schwarz vom Unterholzbrand und der Himmel ist einfach nur blau (wenn man sich mit etwas Phantasie die Wolken wegdenkt)! Denn die Sonne schien… hinter den Wolken zu bleiben.

Es sieht einfach gigantisch aus, wenn dann wie aus dem Nichts noch die roten Felsformationen auftauchen. Man macht ständig Fotos von allem und hat immer das Gefühl, die Farben nicht ansatzweise einfangen zu können. Highlight des Tages war dann der Rundgang direkt um den Uluru und die Beobachtung des Felsens während des perfekten Sonnenuntergangs sowie die Herausforderung im Minutentakt die penetranten Fliegen aus Mund, Nase, Augen zu popeln.

Ayers Rock alias Uluru

FliegenalarmPaul und die Steine Höhlen im Uluru Rot, Roter am Rotesten ;-) Sunrise

Achso, was wir noch nicht erwähnt haben, wir befanden uns zwar in der Wüste, jedoch gab es am Wochenende davor einen Wetterumschwung, der uns eine richtig kalte Brise bescherte – nicht nur nachts! Wir hatten also Mühe uns mit unseren Klamotten irgendwie warm zu halten. Aus den tagsüber noch netten 15°C wurden nach Sonnenuntergang und über Nacht klamm heimlich 3°C. Da wir in sogenannten Swags schliefen, wurde es recht kritisch für einige frostempfindliche Körperteile. Swags sind quasi robuste Riesenschlafsäcke mit integrierter Matratze, wo man mit seinem eigenen Schlafsack reinschlüpft und einen perfekten Blick auf Sterne hat. In voller Montur (Mütze, Schal, Handschuhe, alle Jacken-Pullover-Shirts-Socken der Welt) mummelten sich alle ein und versuchten die Nacht ohne Verlust von Nase, Ohren und besonders Zehen zu überstehen. Gut, dass der Wecker, also die Tourguide-Tante, schon um 5 Uhr in der Früh klingelte. Um 6 fuhr dann ein Bus voller Frostbeulen zum wunderschönen Sonnenaufgang an die Kata-Tjuta-Felsformationen mit weit weit entferntem Blick auf den Uluru. Zum Aufwärmen wurde im Anschluss der Nationalpark 4h lang bewandert. Sowas von WOW!

Sonnenaufgang  mit Paul und Luise Kata Tjuta Felsformation

Wandern am Kata Tjuta Wandern am Kata Tjuta Famose Aussicht

Zurück im Bus lagen die nächsten 400 km in Richtung Kings Canyon vor uns, unser Ausflugsziel am nächsten Tag. Gott sei Dank war die zweite Nacht um einiges wärmer und gemütlicher im Swag. Trotzdem trauten sich nur noch 5 (4 Germanisten und eine Texanerin) der 24 Teilnehmer die Nacht ums Feuer zu verbringen. Der Rest verkroch sich Mamacyckahammäßig ins warme Zelt.

Swag, Feuer und Wir

Damit wir nicht aus der Übung kamen und uns aufwärmten, gab es wieder eine morgendliche Sonnenaufgangswanderung, diesmal im Kings Canyon. Wie der Name vermuten lässt, erinnert dieser extrem an Bilder vom bekannten Grand Canyon. Bei den Höhen und Farben musste man sich echt zwingen nicht jeden Stein zu fotografieren. Der Anblick hat geburnt alta. SACKIJ.

Kings Canyon Kings Canyon unsre Truppe

Insgesamt ein knaller 3-Tagestrip, 1400 km, rote Erde, riesige Felsformationen und Schluchten, frische Luft noch und nöcher und eine super Truppe – also genau nach unserem Geschmack!

Ziemlich platt flogen wir dann wieder in Sydney ein, wo der nächste Camper bereits in den Startlöchern stand.

SACKIJ!!!!!!! (Pauls neues altes Lieblingswort aus der 4.Klasse)

Dienstag, 14.05.2013

Eine Ode an Sydney, the place to be

Ach Sydney, die vermeintliche Hauptstadt Australiens. Haben uns auf Anraten eines Freundes in einem kleinem Hostel in Newtown niedergelassen. Newtown ist, wie der Name schon sagt, die Neustadt und wunderbar mit der Dresdens vergleichbar. Sehr lässig.

NewtownSydney bei NachtInnenstadt

Aber insbesondere die eigentlichen Wahrzeichen, das Opera House und die Sydney Harbor Bridge, als auch die äußerst entspannte Atmosphäre, die sehr an Berlin erinnert, machen Sydney zu einem sehr sympathischen Ort, der mit Newtown und Paddington, einem homosexuellen Viertel mit vielen bunten Läden, wirklich Klasse beweist. Unsere Tage verbrachten wir jedoch nicht nur mit offenem Mund zwischen den Häuserschluchten sondern auch mit einem guten Tröpfchen für 2,50 aus dem Aldi am Opera House zwischen den Operbesuchern und ihren Sektglässchen. Weitere Besonderheiten, die Erwähnung finden, müssen jedoch aus Zeit und Platzmangel nur angeschnitten werden, sind der Bondi Beach, wo die Sydney-aner ihre Freizeit und sonnige Tage verbringen sowie die vielen Heiratswilligen, die sich im 15-minuten Takt in der schicken St. Johns Cathedral vermählen lassen und dann zum Springbrunnen im Park gegenüber pilgern und sich zum Hochzeitsfotos knipsen anstellen. Sehr Sehenswert das ganze Prozedere und natürlich die Hochzeitsautos. Nur um einmal in solchen Autos sitzen zu dürfen, würde man eine Hochzeit bereits in Erwägung ziehen.

BackpackerstyleOpera House St. Johns CathedralWerktags am Springbrunnen

Da unser Flug von Sydney zum Uluru früh morgens 6:45h gehen sollte, siegte der Geiz in uns keine weitere Nacht im Hostel zu bezahlen. Wir wurden also zu freiwilligen 17h-Obdachlosen und streunten ab 10 Uhr morgens in der Stadt herum. Die SD-Karte füllten wir noch mit schicken Fotos aus dem Botanischen Garten und einer prächtigen Sicht auf die Wahrzeichen Sydneys bei Sonnenuntergang.

Opera bei NachtAboriginies? Schlafen unter der BrückeSkyline bei Nacht

Irgendwie vertrieben wir uns auf Parkbänken noch die Zeit bis 21:30 Uhr und fuhren dann mit der Bahn zum Flughafen. Unverschämte Preise für die Fahrt, denn der Flughafen ist in privater Hand und erhebt für die Stationen rundherum extra Gebühren, sodass aus einer eigentlich 3$-Fahrt 12$ pro Person für 3 Stationen werden! Aber Wurscht, wir haben ja am Dach über dem Kopf gespart. Ziemlich platt am kleinen Domestic Airport angekommen haben wir es uns dann einfach auf den Bänken eines geschlossenen Café´s gemütlich gemacht. Es hätte so einfach sein können – schlafen bis zum Check-In um 4:30 Uhr und wir hätten es überlebt. Schlecht nur, dass die Halle über Nacht bis 4 Uhr früh geschlossen wird und solche wie wir da nicht schlafen können! Mist! In die Stadt zurück für 12$ oder draußen am Straßenrand sitzen und Sekunden zählen? Beides nicht gerade ansprechend. Gut das es ein Fastfood-Asylheim gibt, dass rund um die Uhr offen hat :) unsere einzige Chance. Mit 4 anderen überlebten wir die Nacht bei McDonalds, mit 2 Kaffee und Pommes und Burger zum Frühstück … 4 Uhr! Wie genau wir das geschafft haben weiß keiner aber irgendwie saßen wir 6:45 Uhr im Flugzeug nach Alice Springs – Uluru wir kommen und sind hundemüüüde!

Mittwoch, 08.05.2013

Die Gold Coast und ihre Parallelgesellschaft

Und schwups war schon der 26. April und wir landeten mit unserem privaten Farm-Chauffeur in Brisbane. Nach Cairns unsere 2. größere Stadt. Das Hostel war ein schickes Kolonialstilgebäude mitten in einer ruhigen Wohngegend. Trotzdem wurden unsere Ohren gleich in der ersten Nacht im 4-Bett-Zimmer unfreiwillige Zeugen des gegenseitig vereinbarten sexuellen Übergriffs unserer Zimmergenossin und ihres Flirts. Nie wieder gehen wir zuerst ins Bett und lassen uns in Einzelbetten in Schockstarre versetzen, nur weil andere Spaß haben! Unsere vergewaltigten Ohren entspannten wir dann am nächsten Tag schön zeitig in einem wunderschönen grünen Park und beschenkten uns mit der Buchung eines spitzen Reiseangebots zum sagenhaften AYERS ROCK !!! Hin- und Rückflug jeweils 88$ - der Knaller, das machen wir! Haben bislang alle Touri-Touren zu Inseln und jegliches Tauchen/Schnorcheln/Surfen von der Ferne beobachtet und das hart erarbeitete Geld fest in der Hand gehalten … ABER nach dieser Nacht und dem Angebot! Yeappiejayeah !!!

Unser Hostel Nature Dog Brisbane

Nach 4 Tagen in Brisbanes Parks, Märkten und Shopps (ohne zu shoppen) und nach zahlreichen Fotos von der City-Skyline wehte uns endlich der langersehnte Camperwind um die Ohren. 10 Tage hatten wir und unser flotter Jucy jetzt Zeit die Welt (oder ein Stück australische Ostküste) zu sehen und mehr oder weniger heil in Sydney anzukommen. Wir sind ja rund um versichert …

JucyUnser Camper und Paul

Echt klasse, wenn man selbst das Reisetempo bestimmt und so die Landschaft und Städte genießen kann! Der/Die/Das Gold Coast hat unwahrscheinlich lange weiße Strände zu bieten und ziemlich amerikanisch wirkende Skylines, die direkt am Wasser gebaut wurden. Landeinwärts wechseln saftig grüne Weiden und Regenwald. Je höher man sich über dem Meeresspiegel befindet, desto frischer weht die Brise und herbstlich bunt werden die Bäume. Beeindruckend wie schnell man vom Sommer am Strand in den Herbst kommen kann! Mein (Lui´s) tierisches Highlight war das Koala Hospital in Port Macquarie. Zwar durfte man nur gucken und nicht anfassen, knuddeln, drücken aber mit der Kamera so nah wie möglich ran zoomen war nicht verboten :)

Surfers ParadiesSurfers Paradies Byron BayByron Bay Byron Bay

Eine etwas längere Fahrpause gönnten wir uns im kleinen verrückten Hippie-Städtchen Nimbin zum Mardi-Gras Festival. Dem alljährlichen Erntedankfest der ganz besonderen Art. Was für eine andere Welt! Bunte Häuser, Straßenmusik, Dreads auf und Bier in den Köpfen und überall der Duft von frischem Gras in der Luft. Das Spektrum an bewusstseinserweiternden Mittelchen ging natürlich über die typischen Altbekannten hinaus und übertraf bei Weitem die ärztlich empfohlene Maximaldosis. Aus diesem Grund war auch der rechte Arm des Gesetzes zahlreich vertreten, vor dem sich trotz aller Freiheiten auch in dieser Stadt eingeschworene Konsumenten verstecken müssen. Die 4 tägige Ruhephase verbrachten wir jedoch nicht permanent im Nirvana mit Koni, der seine Wahlheimat temporär von Laske nach Australien verlegte, sondern besserten unsere Reisekasse mit einem Minijob beim ortsansässigen Mexikaner auf. Da mit dem Kiffen der Appetit einhergeht, florierte das Geschäft, sodass wir kaum mit dem Enchilada, Burrito, Nachos, Quesadilla und Texmex servieren nachkamen.

Nimbin und Koni Nimbin Museum Die Parade Unter dem Motto  Es sind alle Altersgruppen... ... und Berufsstände vertreten

Nachdem die Polizeikontrollen am Montag endlich eingestellt wurden haben wir uns mit dem Camper aus der Stadt geschlichen und unsere eigentliche Fahrt Richtung Sydney wieder aufgenommen. So ging es also weiter über Stock und Stein, vorbei an Wasserfällen, Lookouts, Stränden und einer unglaublichen landschaftlichen Kulisse.

Montag, 22.04.2013

Meine Kühe, meine Hunde, mein Traktor, mein Stock

 

Der Roadtrip hat nach 8 Tagen sein Ende genommen,

zum Glück ist bis dato keiner ums Leben gekommen. (Außer 13 Kängurus) 

So verschlug es uns auf eine Farm zwischen Wiesen und Kühen,

Für Kost und Logie muss man sich hier bemühen.

 

Der Tag beginnt halb sieben, wer hätt es gedacht -

dass der Backpacker zu der Zeit die Augen aufmacht.

Das Frühstück ist klasse, zur Stärkung Schinken und Ei,

danach geht’s zur Arbeit, beschrieben in Strophe drei.

 

Auf den 800 Hektar sind die tausend Kühe auf Stromm,

denn es wird mehrtägig ein Schwangerschaftstest vorgenomm.

So werden vor dem Winter, bevor es gänzlich abkühlt,

die Herden getrieben, sortiert und ihre Hintern befühlt.

 

Der Farmer von Heut ist selten zu Pferde,

motorisiert und mit Allrad treibt er stilvoll die Herde.

Da wird den Kühen warm auf der Flucht vor Paul und Luise,

und wer ist dran schuld, die Weltwirtschaftskrise!

 

Neben den Rindern gibt’s noch viel anderes zu tun,

Mulchen, Graben, Sägen und zwischenzeitlich ausruhn.

Die letzte Woche steht nun bevor, Freitag geht’s wieder weiter -

Brisbane wir kommen, hoppe hoppe Reiter!!!


Farmwork 4WD  Endlich zu dritt Auf der Suche nach neuen Opfern bei der Arbeit Was für ein Fahrgestell... Verdammt, wo ist meine Uhr?!! Da ist sie ja...

Mittwoch, 10.04.2013

Au$tralia - Ehm … gibt´s das auch in billig ???

Oh mein Gott, was ist denn hier kaputt? Dass es in Australien teurer wird als in Asien war uns ja klar … aber dass ab jetzt „von draußen zu gucken“ statt „selber mit zu spielen“ Programm sein würde! Solche überirdischen Preise für Essen (Chinanudeln KLEINE Portion 10 $), Trinken (Dosenbier MINIMUM 5 $, große Cola 4,50 $), Unterkunft (1 Bett im Schlafsaal 25-35 $),  sehenswerte Tagestrips (ab 150 $ p.P) klangen im ersten Moment wie ein Scherz. Internet kostet ebenfalls oder ist gar nicht erst verfügbar, wenn man landeinwärts fährt.

Nur gucken, nicht anfassen

Nach kurzen Langzeitrechnungen und Bilanzencheck verging uns aber schnell das Lachen. Wir brauchten einen Notfall-Weltenbummler-Plan!

1. mehr Schlafen, dadurch weniger Essen

2. durch Teilnahme an allen möglichen Quiz-und Spieleabenden im Hostel die Chance auf ein Gewinnerfreibier haben

3. sämtliche Touri-Aktivitäten werden bis auf Weiteres vom Reiseplan gestrichen

Aber fangen wir kurz von vorne an zu nörgeln. Der Flug nach Au$tralien war schon die Backpacker-Sparvariante: kein Platz, kein kostenloser Snack, kein kostenloses Getränk, keine Filme zum Zeitvertreib. Wenigstens hat der Sprit gereicht.

Angekommen in Cairns hatten wir zunächst ziemliche Zweifel am so hoch gepriesenen Au$tralien. Letztendlich ist es jedoch einfach nur das genaue Gegenteil vom einfachen, günstigen Asien und wir fanden schnell Gefallen an den angenehmeren Temperaturen, dem selber Kochen in der Hostel-Küche und unserem ersten Road-Trip auf der Suche nach Kängurus! Wohlgemerkt Lebendige, denn Tote/Überfahrene sieht man leider als Erstes. Die beste Möglichkeit Bares zu sparen und die unendlich langen Strecken zwischen Städten zurück zu legen, ist sowas wie eine Mitfahrgelegenheit bei anderen Backpackern. Zusammen mit einem deutschen Pärchen und ihrem Ford legten wir in 8 Tagen etwa 2000 km an der Ostküste zurück, schliefen im Zelt auf kostenfreien Rastplätzen in Nationalparks, kochten brav selbst mit Campingkocher und Co., spielten alle möglichen Kartenspiele und bekamen einen ersten Eindruck von der Landschaft Au$traliens. Ob das Schwimmen in Bergflüssen und Wasserfällen, Klettern in den Glas House Mountains oder allein die Fahrt durch die Weiten des Outbacks – Wunderschön!

Hostel-Küche, outdoorAbendbrot Känguru ... lebendZuhause auf Rädern  alles und nixalles und nixRavenswoodSekundenschlaf

Glas House MountainsGlas House MountainsGlas House MountainsGlas House Mountains

Und jetzt die Quizfrage: warum in aller Welt scheint der Himmel hier unten so überdimensional groß??? Einfach gigantisch und ständig ein Foto wert.

Bevor Langeweile und Müdigkeit am Abend an den Restplätzen aufkommen konnte, weil es bereits ab 18h dunkel wurde,  wurden wir von 2 obdachlosen, im Auto wohnenden Australiern in irgendwie mysteriöse Gespräche verwickelt. Dazu zählt die story einer 60 jährigen Frau, die behauptete schwanger zu sein, jedoch keine Gebärmutter mehr besitzt, die au$tralische Politik verteufelt, den englischen Star von „Phantom der Oper“ kennt, ihn liebt und finden will und immer in Kontakt mit ihrem imaginären Beschützer steht und einfach nicht lügen kann …

Naja was auch immer, wir sind mittlerweile gut in Gympie, einer Kleinstadt 160 km nördlich von Brisbane angekommen und verweilen erst mal für die nächsten 3 Wochen auf einer abgelegenen Cattle-Farm. Der Knaller! Aber dazu mehr beim nächsten Mal.

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